Liebe auf den ersten Blick… (Teil 1)

Andauernd werde ich gefragt, wie ich Stephie denn kennengelernt habe. Und deshalb erzähle ich euch mal die Geschichte, die ich sehr erzählenswert finde. Ach ja, meine Familie kritisiert mich immer, weil ich so weit aushole, wundert euch also nicht, wenn das hier länger wird… Also:

Stephie hat ihr Lehramtsstudium in Bamberg absolviert, ist wie fast jeder junge Erwachsene zuhause aus- und in eine (mehr oder weniger) neue Stadt gezogen. Dort traf sie meine Tante. Ach ja, meine Tante ist das Nesthäkchen und nur 2 Jahre älter als Stephie (das muss ich hier erwähnen, sonst klingt das irgendwie so, als wäre meine Tante so alt wie meine Mutter oder älter 😉 )! Jedenfalls hatten Stephie und meine Tante einige Kurse miteinander, liefen sich ständig über den Weg, hatten aber sonst nichts miteinander zu tun. Als ihr Studium sich dem Ende neigte und das Referendariat anstand, hat sie sich darum bemüht, in einer Schule Richtung Heimat unterzukommen und landete in ihrem zweiten Jahr in einer Realschule in meinem Nachbarort. Dort traf sie auch meine Tante wieder. Ich behaupte das war Schicksal, denn erstens hätte es ja auch sein können, dass sich Stephie einen anderen Landkreis in Bayern aussucht (Bayern hat glaube ich über 70). Zweitens gibt es ja so einige Realschulen im Umkreis und drittens haben sich beide gleich zwei Auslandssemester gegönnt… Hätte eine von beiden darauf verzichtet, wären sie nie gemeinsam dort gelandet. Zwei Lehrerinnen vor dem zweiten Staatsexamen halten natürlich zusammen und so entstand aus einer Lerngemeinschaft eine Freundschaft.

Getroffen habe ich Stephie dann in einer total außergewöhnlichen Umgebung: An Fasching findet in einem Gasthaus bei uns im Dorf jedes Jahr der „Schlofozuchball“ – Schlafanzugball statt. Und das ist genau das, wonach es klingt: Eine Party, zu der man im Schlafanzug geht. Da dieses Gasthaus direkt gegenüber meines Elternhauses ist, war die Party als fester Termin in unserer Jahresplanung und klar, dass wir da als ganze Familie einmarschiert sind. Wenn ich daran zurückdenke, würde ich sagen, dass ich und meine Geschwister mit Abstand die Jüngsten dort waren. Wir haben natürlich immer ein paar Freunde mitgeschleppt, aber den Altersdurchschnitt auf dieser Fete konnten wir dadurch nur schwer senken… Ich schätze der lag wohl so bei 40! Also eigentlich kein Event, auf dem ein Anfang 20-jähriger die Liebe seines Lebens kennenlernt… Eigentlich!

Am 04.März 2011 saß Stephie im Schlafanzug vor dem Fernseher, wollte eigentlich ganz in Ruhe einen Film ansehen und sich gerade ein Glas Wein einschenken, als ihr Handy klingelte und meine Tante sie zu einer Party überreden wollte. „Ich bin schon im Schlafanzug!“ „Macht nix, da geht man sowieso im Pyjama hin!““Eigentlich wollte ich gerade einen Film schauen.““Ach komm! Nächste Woche sind Ferien, das muss doch gefeiert werden!“ „Und wie soll ich aus eurem Dorf wieder heim kommen?“ „Du bleibst einfach über Naxht bei mir!“ Ihr merkt, meine Tante akzeptiert kein „Nein“, zumindest nicht sofort und ist sehr gut im Überreden… Zum Glück für mich 😉 , denn Stephie gab nach und ging mit auf diesen Schlafanzugball.

Ich hatte in diesem Jahr keinen originellen Schlafanzug zur Hand  – meine Schwester und ich waren sehr aktiv im Faschingsverein und da hatten wir unsere Kostüme für die meisten Events, auf denen wir auftraten schon ein halbes Jahr vorher, aber für „private“ Veranstaltungen haben wir das ständig vergessen. Also beschlossen wir einfach in „Bad Taste“ zu gehen….

4 Gedanken zu “Liebe auf den ersten Blick… (Teil 1)

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