Geburtsbericht aus Männersicht – Die Vorgeschichte 

Wir haben glücklicherweise ein bisschen Einfluss auf unsere Dienstpläne, trotzdem verpasse ich den ein oder anderen Termin, sei es ein Geburtstag, Ostern oder Weihnachten (ok, letzteres ist mir zum Glück noch nicht passiert). Man kann sich seine Flüge „wünschen“ und wenn man das etwas realistisch macht, dann klappt das auch!

Aber so ein Geburtstermin ist ja ein etwas schwieriger Termin. Denn nur 5-10% aller Babys kommen tatsächlich zum errechneten Termin… Trotzdem wollte ich bei der Geburt meines ersten Kindes gerne dabei sein… Und jetzt?
Unser Baby (wir wussten ja nicht, dass es eine Gwendolyn wird) sollte am 18.12. geboren werden und dank einiger Kolleginnen könnte ich mir tatsächlich 10 Tage Urlaub ertauschen – gut, mein Septemberurlaub war dann weg, aber egal! Jetzt hatte ich also 5 Tage plus und 5 Tage minus zum errechneten Termin frei und für den Fall, dass Gwenny weiter davon abweichen würde, hat sich meine Teamleiterin etwas einfallen lassen: im ganzen Dezember wurden mir nur Flüge mit Übernachtungen auf dem europäischen Festland eingeplant, so dass ich notfalls gleich aus einer Tour in FRA aussteigen, oder noch nachts mit dem Zug heimfahren könnte! Super oder?! Klingt nach einem bombenfesten Plan…

Meine letzte Langstrecke hatte ich mir gut ausgesucht, ich wollte nach New York und zwar zum Black Friday 😉 . Schließlich standen demnächst so einige Geburten und natürlich auch Weihnachten an und es fehlten noch so ein, zwei Geschenke! Ich bin Donnerstag den 26.11. in die Maschine Richtung JFK gestiegen und war voller Vorfreude auf die Schnäppchen, die man an diesem Freitag nach Thanksgiving machen kann. Als wir nachmittags im Hotel ankamen, bin ich noch mit ein paar Kolleginnen durch die Geschäfte getigert, doch wir haben nichts gekauft, die Schnäppchen sollten ja am Tag danach gejagt werden 😉 .

Auf dem Weg vom Flughafen in die Stadt…

Es war Thanksgiving und nachdem wir die wenigen offenen „Restaurants“ abgeklappert hatten und uns nichts zusagte, bin ich mit einer Kollegin im Mc Donalds gelandet. Dort haben wir uns noch ewig unsere Geschichten erzählt. Ich erzählte vom Schlafanzugball, von unserer neuen Wohnung und von dem Baby, dass in 3 Wochen kommen sollte. Von wegen in 3 Wochen…

Als ich nämlich Freitagmorgen Ortszeit 5:00Uhr aufgewacht bin und auf mein Handy geschaut habe, dachte ich mich trifft ein Pferd! Ich hatte nicht nur mehrere Duzend (vielleicht sogar 100) Anrufe und Nachrichten von Stephie und meiner Schwester auf dem Handy mit der Nachricht: Wehen! Regelmäßig! Seit Stunden!

PANIK! Anders kann man es nicht nennen… Ungeachtet der Telefonkosten, hab ich Stephie gleich angerufen, die mir beschrieb, dass sie fast die ganze Nacht wach war und seit ein paar Stunden die Wehen alle 8 Minuten zu spüren sind. Sie kam gerade vom Frauenarzt.

„Wie bist du denn hingekommen?“

„Na mit dem Auto!“

„Ja, schon klar, aber wer hat dich gefahren?“

„Niemand, die Mädels sind alle in der Schule und deine Mutter braucht noch bis sie kommt, also bin ich selbst gefahren! War nicht einfach, hat aber geklappt.“

Unser Plan B, falls ich nicht schnell genug da wäre, war, dass Stephie eine ihrer Freundinnen als Fahrerin und Betreuerin einspannt und sollte es wirklich ohne mich los gehen, sollte meine Mutter mit in den Kreissaal, damit einfach jemand Vertrautes dabei ist. Naja, jedenfalls hatte der Arzt mehr oder weniger Entwarnung gegeben: „Der Muttermund ist noch zu, das kann auch noch Wochen so weitergehen, die Wehen müssen nicht unbedingt den Beginn der Geburt bedeuten!“

Also erstmal alles halb so schlimm? Um mich abzulenken fuhr ich dann mit der U-Bahn nach Manhattan um ein bisschen einzukaufen!

Selfie auf der Park Abenue

Ich kaufte ein paar Kleider bei Janie and Jack, die Timur für seine Tochter wollte, die an diesem Tag geboren werden sollte (eines davon habe ich dann selbst behalten, als unser Baby ein Mädchen war) und spazierte anschließend ein bisschen durch den Central Park, der mich immer beruhigt.

It' a Girl! Überglücklich! #itsagirl #happyparents #newborn #gwennysfirstdress

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Man vergisst die Stadt um sich herum komplett und wenn man sie sieht, dann zeigt sie sich von ihrer schönsten Seite.


Hier war die Welt erstmal wieder in Ordnung. Bis Stephie schrieb, dass es schlimmer wird und meine Mutter da wäre – allerdings nicht alleine, mein Vater war unterwegs, deshalb hatte sie kein Auto und so fuhr sie meine Schwester sie zu uns. Da mein Schwager Urlaub hatte und eigentlich ein Familientag geplant war, ist er und deren zwei süßen Kinder auch mitgekommen. Gemeinsam hat man Stephies Zustand beurteilt und beschlossen ins Krankenhaus zu fahren, das teilte mir Stephie noch mit. Auf wackeligen Beinen bin ich ins nächste Café gewankt, um auf den Schock erstmal etwas zu essen und kaum hatte ich WLAN, kam eine Nachricht von meiner Schwester:
„Wir sind im Krankenhaus! Es geht jetzt los!“

… to be continued


2 Gedanken zu “Geburtsbericht aus Männersicht – Die Vorgeschichte 

  1. Aaaaah, du kannst doch an ner so spannenden Stelle nicht einfach aufhören 🙈
    Mein Mann hat Leons Geburt auch verpasst und er musste „nur“ vom Schwarzwald nach Köln. Könnte ja keiner wissen, dass ich nur 1,5 Stunden im Krankenhaus brauchte, um mein Kind auf die Welt zu bringen 😂

    Gefällt mir

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