Ende der Papazeit – zurück in die Luft

So… da ist es jetzt, das Ende meiner Elternzeit…
Ende Oktober konnte ich es mir fast nicht vorstellen, ganze drei Monate zu Hause zu bleiben. Das Leben als Flugbegleiter wird, wie jeder Job irgendwann, doch ein kleines bisschen Alltag. Auch wenn sich die Ziele ständig ändern, die Crews immer andere sind und vor allem der Dienstplan jeden Monat anders aussieht, findet man doch seine Möglichkeiten, noch ein richtiges Privatleben zu führen.
Meine Kollegen sagen mir auch häufig, dass das Verabschieden und Wiedersehen der Paare, ihre Beziehung jung und frisch hält. Irgendwie haben sie Recht – Stephie und ich sehen an unseren gemeinsamen Tagen eher mal über Kleinigkeiten hinweg, die uns sonst aufregen würden. Sei es die Art, wie Stephie die Spülmaschine einräumt oder mein Verständnis von Betten machen ;-). Außerdem zeigt uns das ständige Vermissen, wie sehr uns der andere fehlt und so sehe ich Stephie nie als selbstverständlich an.

Ja, das machte mir schon ein bisschen Sorgen… Stephie, Gwenny und ich 3 Monate lang, 7 Tage die Woche, 24 Stunden am Tag. Aber soll ich euch was sagen?!

Es war die schönste Zeit, die ich mir hätte wünschen können.

Jeden Abend mit den beiden einzuschlafen und neben ihnen aufzuwachen. Natürlich konnte ich nicht, wie sonst in den Hotelzimmern durch- und so lange ausschlafen, wie ich wollte, trotzdem war es wunderschön. Ach je, eigentlich dachte ich, ich könnte das besser umschreiben, aber jetzt finde ich dafür gar keine Worte… mir steigen nur dir Tränen in die Augen!

Denn ab heute geht der Ernst des Lebens wieder los. Ab heute bin ich wieder Flugbegleiter in Vollzeit. Zum Glück durfte ich erstmal mit zwei Schulungstagen beginnen, so hatte ich nochmal zwei Nächte zuhause, aber heute geht es für mich wieder in die große weite Welt!

New York City wartet auf mich. Klar freue ich mich auf die Stadt, das Essen, die Atmosphäre… Trotzdem habe ich Angst.

Wie wird wohl die erste Nacht alleine?!
Die erst Nacht ohne das süße Schnarchen meiner Prinzessin,
ohne „Gute-Nacht“-Kuss von Stephie,
ohne Babybauchfühlen…

Oh je, ich bekomme Gänsehaut! Dann beginnt wieder die Zeit, wo ich für ein paar Tage ein Stück Zuhause in meine Koffer packe und damit ans andere Ende der Welt fliege.

Natürlich denke ich auch an Stephie und Gwenny, die ein paar Tage auf mich verzichten müssen. Sie haben das letztes Jahr zwar schon super hinbekommen, aber jetzt haben sich beide daran gewöhnt, dass ich ständig da bin und es gibt noch einen Unterschied zu vorher: Stephie ist hochschwanger!
Von der „Arbeitsbelastung“ für Stephie mal ganz abgesehen, fehlt doch jetzt wieder ein Stück Routine für Gwendolyn. Denn Mama tanzt üblicherweise nicht mit, wenn Helene Fischer „Unser Tag“ trällert ;-).
Am liebsten würde ich zu Hause bleiben. Für immer! Vor allem, wenn ich an den bevorstehenden Geburtstermin von Baby No. 2 denke! Wer das Drama bei Gwennys Geburt vergessen hat, kann ja nochmal „schnell“ nachlesen, wie das war… Aber ok, dieser Geburtstermin ist auch ein Lichtblick, denn ab da werde ich mindestens einen Monat Elternzeit nehmen. So lange bis sich meine zwei Damen an das neue Familienmitglied gewöhnt haben.

Wie geht es sonst zu Hause weiter…

Stephie ist jetzt im Mutterschutz für Baby No. 2 und bleibt nach der Geburt wieder mindestens 12 Monate zu Hause. Gwendolyn geht bald – also wenn die Eingewöhnung gut läuft – 2 Tage die Woche zu einer Tagesmutter. Ursprünglich hatte uns meine Schwiegermutter auch angeboten einmal die Woche an einem festen Tag vorbeizukommen und Stephie zu unterstützen – oder eher um Gwenny zu sehen 😉 – doch da meine Schwiegereltern gerade umziehen, rechnen wir damit nicht mehr so regelmäßig. Ich bin ja immer noch ziemlich „viel“ zu Hause und unterstütze Stephie so gut es geht, obwohl ich mir sicher bin, dass sie die letzten Wochen alleine mit Gwenny und auch die Zeit als „Teilzeitalleinerziehende“ mit zwei Kindern super meistern wird.

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