Papa, Papi oder Dad – The Name Game

Papa, Papi, Paps, Vati, Dada, Dad, Baba – wie nennen eure Kinder ihren Vater?

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Blöde Frage? Leider nicht.

Denn seit knapp 4 Monaten sagt meine Große nur noch selten „Papa“ sondern nur noch „Georg“ zu mir.

Ich muss gestehen, dass mich das schon ein bisschen trifft. Irgendwie klingt „Georg“ so distanziert, während „Papa“ etwas unglaublich Intimes und Enges symbolisiert.

Ich kenne nur ganz wenige Menschen, die ihre Eltern mit Vornamen anreden und schon immer angeredet haben. Und soweit ich das als Außenstehender beobachten kann, sind da die Eltern-Kind Beziehungen leicht angeknackst.

Heißt das jetzt, dass Gwenny mich nicht als ihren Papa sieht? Ich ihr zu „fern“ bin?

Angefangen hat dieses „Georg“ immer nach unseren Besuchen bei meiner Schwester, deren Kinder natürlich den ganzen Tag nur „Georg“ rufen. Nach diesen Wochenenden hatte sogar ich immer Probleme mit den Namen und hab Gwenny Rosie genannt, Charly Amalia und sogar Stephie hatte dann ab und an mal einen anderen Vornamen. Dass Gwenny da auch durcheinander kam und mal „Georg“ sagte, war verständlich.

Aber seit August etwa ruft sie mich ausschließlich bei meinem Vornamen. Als ich sie darauf hingewiesen habe, dass sie doch „Papa“ sagen kann, meinte sie nur „Leander sagt doch auch Georg!“. Ich hab ihr dann erklärt, dass ich ja nicht Leanders Papa bin und er deshalb „Georg“ sagt. Zu seinem Papa sagt er auch „Papa“. Daraufhin sagte sie: „Aber das ist doch dein Name – Georg!“

Klar super logisch und eigentlich kann ich schon auch stolz auf sie sein, dass Sie mir 2 solche Gedankengänge bildet. Aber wie gesagt, tut es mir doch ein bisschen weh. Ich mache mir sowieso schon Sorgen, ob ich zu wenig zuhause bin um ein richtiger Papa zu sein.

Diese Diskussion haben Gwenny und ich in den ersten Tagen ständig geführt, dann bin ich dazu über gegangen, immer wenn sie „Georg“ sagte, einfach selbst „Papa“ zu sagen. Aber mittlerweile hab ich es aufgegeben sie zu „verbessern“. Ich hoffe einfach, dass das eine Phase ist, die irgendwann wieder vorbei geht.

Charly ruft mich im Alltag meistens eher mit „Mama“, ab und zu mischt sich ein „Papa“ mit rein, aber so langsam lernt sie auch Namen aus unserem Umfeld und ich hoffe, dass das relativ schwere „Georg“ noch etwas auf sich warten lässt. Obwohl ich auch schon etwas ähnliches gehört habe, aber darauf hoffe, dass es eben nicht „Georg“ heißen soll.

Ich sehe mit meiner Art und dem Alter hier auf dem Spielplatz sowieso immer eher aus wie der große Bruder, die Nanny oder der Patenonkel, nur Gwennys „Papa“ hat den anderen immer gezeigt, dass ich wirklich der Erziehungsberechtigte dieser bezaubernden Mädchen bin. Das „Georg“ bestätigt für viele sicher ihren Eindruck, dass ich nicht der Vater bin. Das erklärt auch die komischen Blicke, wenn ich die Mädchen küsse.

Naja, mal sehen, wie sich das Ganze entwickelt. Vielleicht versteht sie ja auch irgendwann, dass „Papa“ für sie exklusiv ist und deshalb etwas ganz besonderes!

14 Gedanken zu “Papa, Papi oder Dad – The Name Game

  1. Lieber Georg,
    Ich kann dich sehr gut verstehen. Ich würde es sicher genau so fühlen.
    Ich denke aber es ist eine Phase und vielleicht fand sie es noch spannender , weil du es thematisiert hast.
    Sicher bist du bald wieder ‚Papa‘ ich wünsche es dir.
    An euer Beziehung wird es sicher gar nichts ändern. Und wegen der Leute auf dem Spielplatz- umso spannender seit ihr. Lass sie alle munkeln.
    Hauptsache Die kleine weiß dass du Georg- ihr super Papa bist und so ist es ganz bestimmt.

  2. Lieber Georg,
    ich kann das total gut verstehen und dachte mir bei jedem Gedankenzug von Dir, dass es mir auch so gehen würde. Wenn meine Schwester mit ihrer Familie bei uns ist, nennt mein Jüngster mich danach auch „Tante Rike“, einfach weil meine Nichte mich so nennt. Er ist aber schon vier und macht sich eher mal kurz einen Spaß daraus und am Tag danach ist die Sache wieder gegessen.
    Genau die Nichte (3 Jahre alt), von der ich gerade sprach, fing vor etwa einem halben Jahr an, erst meine Schwester beim Vornamen zu nennen und kurz darauf auch meinen Schwager. Bei meiner Schwester war es nur eine kurze Phase und sie war schnell wieder die „Mama“, aber mein Schwager ist seit Monaten „der Basti“. Ihn trifft daran auch am meisten, dass es für Außenstehende so aussieht, als wäre er nicht der Papa sondern vielleicht der Freund meiner Schwester.
    Ich muss sagen, dass ich sowas fast schon von jedem Elternpaar aus unserem Umfeld irgendwann mal gehört habe und irgendwann alle Kinder wieder bei „Mama und Papa“ ankamen. Eigentlich bin ich kein Fan davon, in der 3. Person von sich selbst zu sprechen, aber vielleicht würde ich in so einem Fall kurzzeitig dazu übergehen, dass ich meinem Kind so oft wie möglich ins Gedächtnis rufe, wie ich genannt werden möchte, indem ich nicht sage „gib mir das bitte“, sonder „gib das bitte der Mama“….usw…
    Ich drücke dir jedenfalls die Daumen, dass du bald wieder „der Papa“ bist😊

  3. Hallo lieber Papa Georg,
    ich kann dich da evtl ein bisschen beruhigen. Das ist meist nur eine Phase die auch von alleine wieder irgendwann verschwindet. Dein Kind entdeckt halt gerade das alles irgendwie heißt. Und das Mama oder Papa auch einen Namen haben entdecken viele Kinder erst etwas spwund probieren das dann natürlich auch aus. Mach dir keine Sorgen sie hat dich deswegen kein bisschen weniger lieb. Das Georg ist halt gerade neu und interessant und da du ihr ja auch dann exklusiv Aufmerksamkeit schenkst um zu erklären dass du der Papa bist, zeigst du ihr ja nur das es richtig ist. Georg = evtl mehr Zuwendung 😉
    Ich würde es jetzt einfach lassen wie es ist. Beobachte das ein bisschen und evtl kannst du dich ja im Alltag immer mal wieder selbst brennen „der Papa kocht jetzt Nudeln“ oder so und deine Frau kann ja auch eine Weile Papa sagen. Dann wird das schon wieder.
    Alles Liebe euch
    Bella

  4. Lieber Georg,

    ich kann Dich sehr gut verstehen! Unser Sohn (mittlerweile 6) hat auch recht früh damit angefangen uns bei Vornamen zu nennen. Am Anfang fand ich es auch sehr „befremdlich“ und habe solche Diskussionen wie Du sie führst auch häufig geführt. Aber auch wie Du schon schreibst, die Kinderlogik dahinter ist stimmig… Mir ist dann mal aufgefallen, dass er uns häufig dann beim Vornamen nennt, wenn „Fremde Personen“ dabei sind (also keine engen Familienangehörige —> bringt eine gewisse Distanz). Er nennt dann auch seine Oma und seinen Opa beim
    Vornamen.
    Zu Hause macht er dies mittlerweile seltener. Außer er möchte irgendetwas Nachdruck verleihen…aber mal ehrlich dann nennen wir unseren Partner und je nach Namen evtl auch unser Kind beim vollen Namen. 😉
    Meinen Mann stört es mehr als mich, er sagt dann auch gerne mal „Hier ist kein „Vorname“! 🙂
    Und zu Deiner Angst Du seist evtl zu oft weg: Mein Mann hat Homeoffice und ist daher überwiegend daheim und auch beim Mittagessen „sichtbar“… das ist es somit sicher nicht! 😉
    Was mich am meisten daran stört ist eher die Tatsache wie Außenstehende damit umgehen. Meist erntet man einen ungläubigen ja sogar entsetzten Blick gefolgt von einem vorwurfsvollen „Der nennt Euch beim Vornamen???? Habt Ihr ihm das so beigebracht????!!!“ Es kam bei mir jedes Mal so an und wurde vom ein oder anderen auch ausgesprochen, als ob wir unser Kind antiautoritär erziehen und ob wir noch ganz „knusper“ seien. Das führte bei mir dazu dass ich meist direkt zur Verteidigung überging: „Ja, er nennt uns beim Vornamen. Aber das macht er von sich aus. Das haben wir ihm so nicht extra beigebracht!“ Total bescheuert! Das mache ich mittlerweile nicht mehr sondern antworte mit einem knappen Ja.
    Eine Phase war es bei uns eher nicht, wir haben es heute noch 😉 Aber ich komme damit gut zurecht. In entscheidenden Phasen sind wir definitiv auch wieder „Mama“ und „Papa“ und im Herzen sowieso 🙂
    Liebe Grüße auch an Deine Damen! 🙂

  5. Ja das ist definitiv schwierig. Ich denke allerdings aus eigener Erfahrung und Erfahrung anderer, dass es eine Phase ist. Vielleicht findet ihr ja den Kompromiss, dass sie „Papa Georg“ sagt, statt nur „Georg“. Das ist ja doch anstrengender zu sagen und ich denke dann wird es schnell wieder bei nur „Papa“ enden, weil sich das schneller sagen lässt. Das hat bei meinen Kindern immer gut funktioniert 😉 auf jeden Fall wünsche ich dir Kraft es auszuhalten.

  6. Lieber Georg,
    ich hoffe ich werde jetzt nicht verflucht, weil ich eine andere Meinung vertrete…. 😉
    Ich gehöre zu den Kindern die Ihre Eltern auch mit Vornamen ansprechen und wir haben eine sehr innige Beziehung zueinander, schon immer gehabt. Als Kind habe ich einfach damit angefangen und es im Erwachsenen Alter beibehalten.
    Ich hoffe natürlich für dich, dass es sich bei euch wieder ändert, da es dir sehr wichtig ist.
    Aber so wie ich dich auf Instagram und auch hier auf deinem Blog kennengelernt habe, bist du ein wahnsinnig toller Papa der super viel mit seinen Kindern unternimmt und auf Ihre Bedürfnisse eingeht. Auch wenn für dich das Wort „Papa“ Intimität bedeutet – ist es doch letztendlich nur ein Wort wie viele andere auch. Ein Wort das sich ganz einfach durch andere mit der gleichen Bedeutung ersetzen lässt. Was sich aber nicht ersetzen lässt ist die Zuneigung und Liebe die ihr füreinander empfindet und auf so viele unterschiedliche Weise in einer Familie zum Ausdruck gebracht wird – wo es keine Worte dazu bedarf.

  7. Oh… das ist wirklich hart. Ich würde meiner Tochter ehrlich sagen, dass ich das nicht schön finde. Aber irgendwann ist man die Diskussionen natürlich leid. Hoffentlich schwenkt sie wieder um – und falls nicht, dann ist Akzeptieren wohl die beste Strategie.

  8. Hey Georg, auch ich habe als Kind irgendwann begonnen meine Eltern mit Vornamen anzusprechen – weshalb kann ich gar nicht genau sagen. Dabei ist es bis heute geblieben und unsere Beziehung könnte nicht besser sein 🙂 meine Mum meinte auch mal, dass sie es nach dem sie sich daran gewöhnt hat doch auch schnell die Vorteile dessen gesehen hat. Auf dem Spielplatz/Festchen usw rufen nämlich ganz viele Kids nach Mama und Papa, nach dem Vornamen aber nur zwei, nämlich mein Bruder und ich 😉 liebe Grüße

  9. Lieber Georg, schön dass du uns nochmal zu deinen Blogbeitrag geleitet hast. Genau das ist nämlich gerade auch unser Thema. Meine Tochter spricht mich auch seit nem Monat mit dem Vornamen an. Das stört mich auch schon ein bisschen, aber ich lasse sie einfach. Sie wechselt jetzt immer zwischen Mama und meinem Vornamen. Ich hoffe es schleicht sich einfach wieder aus😊
    Schönen Abend euch🌼🐇

  10. Hallo, das ist bestimmt nur eine Phase. Mein Bruder und ich riefen eine Zeit lang unsere Eltern nur beim Vornamen. Bei uns war es auch so, dass wir es bei anderen hörten und sie dann selbst so nennen wollten. Unsere Eltern nahmen das ganz locker und sagten wir können sie auch beim Vornamen anreden, wenn wir wollen. Nach einiger Zeit war es dann doch wieder Mama und Papa. Und das sagt in dem Fall auch nichts über die Beziehung aus. Kinder testen einfach alles aus. Mach dir da nicht so Sorgen drum 😊

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