Zero Waste im Badezimmer – Roggenmehlshampoo

6 Monate NoPoo!

Seit 6 Monaten wasche ich meine Haare schon mit Roggenmehl.

6 Monate ohne Silikone, ohne Duft- oder Farbstoffe und am wichtigsten: ohne Plastikmüll.

Stattdessen nur Roggenmehl – und davon noch nicht mal 2 Kilo.

Zeit für ein Fazit.

Zuerst mal meine Antworten zu den drei von euch am häufigsten gestellten Fragen:

1. Riecht das nicht komisch?

Nein. Man wäscht das Roggenmehl ja komplett aus und es bleibt kein unangenehmer Geruch zurück. Natürlich ist es auch nicht parfümiert und deshalb riecht es auch nicht nach Vanilleeis, Kokosnuss oder nach irgendeiner Vorstellung von „Fresh“. Aber das fehlt überhaupt nicht. Denn mal ehrlich: wie lange riechen eure Haare denn nach Shampoo und fällt das überhaupt jemand anderem auf?

2. Verstopft da nicht der Abfluss?

Auch hier: Nein! Ihr knetet euch ja keinen Teig in die Haare, sondern rührt euch ein flüssiges Shampoo an. Und spült das gründlich aus. Da fließt also genug Wasser um alle Mehlreste herunterzuspülen. Wie gesagt: 6 Monate und kein verstopfter Abfluss!

3. Warum Roggenmehl?

Gerade weil man sich ja keinen Teig in die Haare schmieren will. Roggenmehl enthält im Vergleich zu Dinkel- oder Weizenmehl weniger Gluten – Klebeeiweiß. Das sorgt dafür, dass beim Mischen mit Flüssigkeiten ein klebriger Teig entsteht. Das wollen wir beim Haare waschen aber nicht. Es soll sich leicht auswaschen lassen. Deshalb ROGGENmehl. Mehl eignet sich gut zum waschen, weil die Stärke darin das Fett bindet und so das Haar reinigt. Außerdem befinden sich in den Schalen der Getreidekörner Vitamine und Mineralstoffe, die das Haar pflegen.

Meine Motivation diesen NoPoo Trend auszuprobieren bestand aus zwei Komponenten. Erstens hatte ich keine Lust mehr mir täglich die Haare zu waschen – ok, jeden zweiten Tag ging auch mal, aber mehr nicht. Und zweitens wollte ich der Umwelt zuliebe auf Plastik verzichten und fand, dass das Roggenmehlshampoo eine ganz einfache Möglichkeit dazu wäre.

Das Waschen funktioniert ganz einfach. Ich mische jeden Morgen

⁃ 2 EL Roggenmehl

⁃ 100ml Wasser

So genau muss man das nicht abmessen, einfach rein damit in die Schale und eine Flüssigkeit anrühren, die der Konsistenz von Shampoo ähnelt. Anfangs hab ich meine Mischung immer lieber etwas flüssiger angerührt.

Dann ab damit aufs Haar. Ich verteile das Roggenmehl nur vorne, oben und seitlich auf dem Ansatz. Die Spitzen und die Längen hinten lasse ich aus, die werden trotzdem sauber.

In der Dusche spüle ich alles ganz normal – wie Shampoo auch – ab. Es ist jetzt keine saure Rinse oder ähnliches mehr nötig. Haare trocknen, föhnen, fertig!

Mit normalem Shampoo wäscht man ja mit „Seife“ den kompletten Talg vom Kopf und regt damit die Kopfhaut dazu an, wieder Talg zu produzieren. Es beginnt ein Teufelskreis aus Waschen, Nachfetten, Waschen, Nachfetten usw. so dass man andauernd am Haare waschen ist. Die Stärke im Roggenmehl bindet nur den Talg, der zu viel ist und reizt die Kopfhaut nicht. So dass sich nach und nach eine perfekte Balance ergibt und man immer weniger Waschen muss. Mittlerweile kann ich meine Haare bis zu 5 Tage ungewaschen lassen ohne dass sie fettig und ungepflegt aussehen.

Ich hatte am Anfang ein paar mal „Probleme“ beim Waschen. Der überflüssige Talg wurde nicht komplett von der Stärke gebunden und ich musste noch mal Waschen. Doch mittlerweile weiß ich wo mein Fehler lag. Je länger das Roggenmehlshampoo angerührt steht, desto pflegender und weniger reinigender wirkt es. Wollt ihr eure Haare gründlich waschen, rührt ihr das Shampoo frisch an. Es enthält dann noch am meisten Stärke und wäscht zuverlässig. Wollt ihr eure Haare aber mal richtig pflegen, dann lässt das Shampoo über Nacht einweichen, so dass sich die Mineralstoffe und Vitamine besser im Wasser lösen und eure Haare pflegen können. Nach dem Waschen mit dem pflegenden Shampoo sind die Haare zwar weniger fettig, aber dennoch griffiger, als mit frisch gerührtem Shampoo.

Die ganze Sache ist super einfach und unkompliziert. Probiert es doch einfach mal! Es kann ja nichts schief gehen, schlimmstenfalls habt ihr ein Kilo Roggenmehl rumstehen und musst das dann zum Backen verwenden. Aber im besten Fall lernt ihr es genau so lieben wie ich und gebt unseren Kindern durch die viel bessere Umweltverträglichkeit des Roggenmehlshampoos eine Chance auf eine halbwegs gesunde Erde!

Das klingt jetzt total schnulzig, aber so empfinde ich es. Ein kleiner Schritt zu einer besseren Umwelt. Meinen Kindern zuliebe.

2 Gedanken zu “Zero Waste im Badezimmer – Roggenmehlshampoo

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