Sonntagsspaziergang und Kindheitstrauma – enthält Werbung

In bezahlter Kooperation mit Pfizer.

Seit ich nicht mehr so viel in der Weltgeschichte unterwegs und mehr zuhause bin, leben wir tatsächlich richtig nach den Wochentagen und das Ritual des Sonntagsspaziergangs hat sich eingeschlichen. Und zwar machen wir den immer vormittags und am liebsten quer durch den Wald. Im Sommer ist die Temperatur dort einfach angenehmer und im Herbst alles schön bunt. Wir laufen dann so um die 1,5/2 Stunden und legen die Route so, dass wir dann irgendwo zum Mittagessen einkehren können. 

Ja, oft machen wir das in der Heimat – da ich nicht mehr so viel unterwegs bin, nehmen wir den Weg in den Spessart schon viel öfter in Kauf als vorher. Wir fahren dann morgens dort in den Wald, lassen das Auto stehen und laufen zu meinen Eltern, wo es eh das beste Essen gibt ;-). 

Im Spätsommer hat sich unter die Freunde über den schönen Spaziergang aber ein (oder eher zwei) kleine(s) Kindheitstrauma gemischt.

Wenn man nämlich mitten im Spessart aufwächst und die Eltern gerne gut Kochen, dann muss man im Spätsommer/Herbst in den Wald zum Pilze sammeln. Während meine große Schwester Spaß daran gefunden hat (und jetzt als Erwachsene selbst immer im Pilzfieber ist), war das für mich immer eine Qual. Wahrscheinlich, weil ich einfach kein Auge für diese Pilze hab, die sich da auf dem Laubboden verstecken und meine Tasche deshalb immer leer war. Auch wenn meine Mutter „Kopfgeld“ für die Steinpilze ausgesprochen hatte, um uns zu motivieren, ging ich trotz größter Anstrengung immer leer aus, während alle anderen Kiloweise Pilze gefunden haben. 

Ich hab – wie meine Mädchen jetzt übrigens auch – viel lieber „Glitzersteine“, Rinde oder Blätter gesammelt. 

Und auch jetzt kann ich es nicht verstehen, wie man so verrückt auf Pilze sein kann – es muss mit dem menscheneigenen uralten Jagd- und Sammeltrieb zusammenhängen, dass meine Familie regelmäßig alles stehen und liegen lässt und in den Wald rennt, wenn der Nachbar sagt: „Ich habe zwei Kilo frische Steinpilze gefunden.“

Das zweite Trauma, das mit dem Pilzesuchen einhergeht, ist noch kleiner, aber meiner Meinung trotzdem besser sichtbar: ZECKEN! 

Diese Spätsommertage: draußen 25 Grad, strahlender Sonnenschein und du willst einfach nur mit Badehose ins Planschbecken, begleitest deine Eltern aber quer durch den Wald und das – zum Schutz vor den Zecken – mit festen Schuhen, Socken und langer Hose. 

Klar, mittlerweile bestehe ich da bei den Mädchen ja selbst drauf. Wenn man selbst Vater ist, nimmt man solche Gefahren definitiv ernster. Zecken können im Gras sitzen, auf Büschen, im Unterholz, egal ob im Wald, in Parks oder Gärten und werden im Vorbeigehen abgestreift. Die kleinen Spinnentiere setzen sich auf die Haut, suchen sich einen geeigneten Platz und stechen dann zum Blutsaugen zu. Übrigens stechen Zecken, auch wenn oft von einem Zeckenbiss gesprochen wird, haben sie einen Stechapparat. Es heißt also Zeckenstich, nicht Zeckenbiss. Das Blöde ist, dass man den Stich nicht spürt und die Zecke ungehindert saugt. Nicht wegen des Blutverlustes, der ist minimal, sondern weil Zecken Überträger vieler Krankheitserreger sein können – darunter: FSME-(Frühsommer-Meningoenzephalitis-)Viren und Borreliose-Bakterien.

Bei FSME handelt es sich um eine Erkrankung der Hirnhaut und des zentralen Nervensystems. Sie äußert sich in der Regel erst mit grippeähnlichen Symptomen und kann im Anschluss bei rund 10 % der Erkrankten zu einer Entzündung der Hirnhaut führen. FSME kann schwere gesundheitliche Folgen haben und sogar lebensgefährlich sein. 

Der Landkreis Aschaffenburg in dem meine Familie wohnt und wo wir ziemlich regelmäßig (fast wöchentlich) zu Besuch sind, wird (wie 163 weitere Landkreise in Deutschland) vom Robert Koch-Institut als FSME-Risikogebiet eingestuft. Ein Stadt- oder Landkreis wird Risikogebiet, wenn innerhalb von 5 Jahren mehr als ein FSME-Fall pro 100.000 Einwohner registriert wird. Wenn wir mit meinen Nichten und meinem Neffen bei meinen Eltern durch den Garten toben, hat wirklich immer irgendjemand irgendwo eine Zecke krabbeln. Zum Glück sind wir uns der Gefahr bewusst und suchen die Kinder (und uns) immer gleich ab, so konnten wir Zeckenstiche bis jetzt immer vermeiden. 

(c) Pfizer / http://www.zecken.de

Weil wir der Gefahr quasi regelmäßig ins Auge blicken, haben wir uns, auch wenn wir selbst nicht im Risikogebiet wohnen, bereits zur FSME-Impfung beraten lassen. Diese schützt vor einer Infektion und wird zum Beispiel auch von der Ständigen Impfkommission für Menschen empfohlen, die in einem FSME-Risikogebiet leben oder dorthin reisen und mit Zecken in Berührung kommen können. Für einen mehrjährigen Impfschutz reichen in der Regel drei Impfungen aus. Dann muss mit einer Impfung wieder aufgefrischt werden.

Als weitere Schutz vor einer Erkrankung sollte man den Körper nach jedem Aufenthalt in der Natur genau nach Zecken absuchen. Außerdem – wie oben schon erwähnt – lange Kleidung und festes Schuhwerk tragen. Zusätzlich gibt es auch Anti-Insektensprays, die die Zecken abhalten können. 

Sollte es doch mal zum Zeckenstich kommen, ist es wichtig, dass die Zecke schnell entfernt wird. Die FSME-Erreger werden bei einer infektiösen Zecke zwar gleich nach dem Stich übertragen, Borreliose allerdings erst ca. 12-24 Stunden danach. Für diesen Fall hat Stephie immer eine „Zeckenkarte“ im Geldbeutel, mit der man die Zecke leicht aus der Haut ziehen kann. 

Ist die Zecke erfolgreich entfernt, muss man die Einstichstelle allerdings über Wochen beobachten, da die Inkubationszeiten der Krankheiten mehrere Wochen betragen. Dazu haben wir eine ganz coole App heruntergeladen: ZeckTag.

Dort kann man nicht nur checken, ob man sich gerade in einem FSME-Risikogebiet aufhält, sondern auch ein Stichtagebuch mit Foto und Ortsangabe führen. Damit ausgestattet, kann man auch auf Reisen in und um Deutschland immer sehen, ob man sich einer Gegend mit erhöhtem FSME-Risiko befindet. 

Da wir uns wie gesagt gut informiert haben, bleibt im Spätsommer/Herbst für mich also doch nur ein Trauma: das Pilzesuchen! 

Was hab ich bei diesem Spaziergang falsch gemacht? Richtig: die Socken fehlen!

PS: auf einem „Zeckenevent“ hab ich von einem Professor gelernt, dass die bei uns heimische Zecke, der Gemeine Holzbock, auf den Wirt wartet, bis er vorbei kommt und sie vom Grashalm o.ä. abstreift. Allerdings gibt es eine weitere Zeckenart, die Tropenzecke, die über Zugvögel nach Deutschland geschleppt wurde, die richtig schnell auf ihre Opfer zukrabbeln kann. „Früher“ sind diese Zecken in unseren Wintern gestorben, doch mittlerweile sind die dunklen Jahreszeiten so mild, dass die eingeschleppten Exemplare doch auch hier auf die Jagd gehen. Einen Trost gibt es aber: diese Zecken sind viel größer und lassen sich deshalb schneller erkennen und entfernen! 

Weitere Infos gibt es auf zecken.de.

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